Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung

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pflegeversicherung pflegeheimMit einer Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung oder auch einer pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung sorgst du finan­zi­ell für die Zeit der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit im Alter vor. Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung zahlt näm­lich deut­lich weni­ger Geld aus, als ein Platz in einem Pfle­ge­heim kos­tet. Die­se soge­nann­te Ren­ten­lü­cke beträgt teils über 2.000 Euro monat­lich und kann mit einer Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung geschlos­sen wer­den. Ansons­ten bekommst du nur die nötigs­te Pfle­ge, bezahlt von dei­nen Kin­dern oder dem Sozi­al­amt.

Brau­che ich eine Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung?

Ja. Wenn du dir einen Platz in einem Pfle­ge­heim nicht aus eige­ner Tasche bezah­len kannst, ist eine Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung eine sehr wich­ti­ge und sinn­vol­le Ver­si­che­rung. Wenn du im Alter Pfle­ge benö­tigst, zahlt dir die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung bis zu 1.612 Euro im Monat. Das klingt nach rela­tiv viel Geld, reicht aber noch nicht ein­mal für eine ein­fa­che Unter­brin­gung in einem Pfle­ge­heim.

Die voll­sta­tio­nä­re Unter­brin­gung in einem Pfle­ge­heim kos­tet für jeman­den mit Pfle­ge­stu­fe III bun­des­weit durch­schnitt­lich rund 3.437 Euro. Du müss­test folg­lich jeden Monat 1.825 Euro selbst zuzah­len. Kannst du das nach Ver­brauch dei­nes Ver­mö­gens nicht, über­nimmt das Sozi­al­amt die Kos­ten und ver­sucht anschlie­ßend, das Geld von dei­nen Kin­dern zurück­zu­be­kom­men.

Wenn du mehr als die abso­lut not­wen­di­ge Pfle­ge bekom­men möch­test, soll­test du wirk­lich über eine pri­va­te Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung nach­den­ken.

Ab wann brau­che ich eine Pfle­ge­ver­si­che­rung?

Bei Vor­sor­ge­ver­si­che­run­gen ist es immer gut, mög­lichst früh anzu­fan­gen, da die Bei­trä­ge dann ent­spre­chend gering sind. Aber auch mit 40 Jah­ren fin­dest du noch vie­le gute und bezahl­ba­re Tari­fe.

Du soll­test dich in jedem Fall recht­zei­tig infor­mie­ren, um die bes­te Pfle­ge­ver­si­che­rung für dich zu bekom­men. Viel­leicht denkst du jetzt noch nicht ans Alter, aber auch du bleibst nicht für immer jung und es wird die Zeit kom­men, in der du merkst, dass du weni­ger heben kannst, dass die Bei­ne schwe­rer wer­den und das Auf­ste­hen nicht mehr so leicht geht. Irgend­wann kannst du dann auch kei­ne anstren­gen­den Arbei­ten wie Fens­ter­put­zen mehr allei­ne aus­füh­ren und kommst kei­ne Lei­ter mehr rauf.

Dass der Kör­per im Alter abbaut ist völ­lig nor­mal und gilt in der Wis­sen­schaft der­zeit als unauf­halt­bar. Das Bes­te was du also machen kannst ist dich dar­auf vor­zu­be­rei­ten, und zwar so früh wie mög­lich.

Die drei Arten der pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung

Es gibt nicht „die eine“ Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung. Ins­ge­samt gibt es drei unter­schied­li­che Model­le, näm­lich die der Pfle­ger­en­ten-, Pfle­ge­kos­ten- und der Pfle­ge­ta­ge­geld­ver­si­che­rung. Die Leis­tun­gen unter­schei­den sich teils dras­tisch, sodass du dir über­le­gen soll­test, wel­ches Modell für dich am geeig­nets­ten ist.

Dane­ben gibt es auch soge­nann­te Kom­bi­ta­ri­fe, die die Leis­tun­gen der ein­zel­nen Model­le kom­bi­nie­ren. Da die pri­va­te Alters­vor­sor­ge ein sehr wich­ti­ges The­ma ist, soll­test du dies­be­züg­lich auch eine per­sön­li­che Bera­tung in Anspruch neh­men.

Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung

Die Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung ist eine Ren­ten­ver­si­che­rung für den Pfle­ge­fall. Wenn du also pfle­ge­be­dürf­tig wirst, bekommst du lebens­lang eine monat­li­che Ren­te aus­ge­zahlt. Die Höhe der Ren­ten­zah­lun­gen kannst du für jeden Pfle­ge­grad selbst fest­le­gen. Die­ses Modell klingt zwar sehr gut, ist aber trotz­dem nicht son­der­lich beliebt, da es auch die teu­ers­te Vari­an­te der Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung ist.

Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung

Die Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung ist die kom­ple­xes­te Form der Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung. Die Ver­si­che­rung betei­ligt sich an den rea­len Pfle­ge­kos­ten. Du legst fest, wie hoch der Anteil in den ein­zel­nen Pfle­ge­stu­fen sein soll. Der Vor­teil hier­bei ist, dass der Anteil pro­zen­tu­al fest­ge­legt wird. Wenn die Kos­ten stei­gen, steigt auch der von der Ver­si­che­rung über­nom­me­ne Betrag.

Der Nach­teil die­ses Modells ist aller­dings der Ver­wal­tungs­auf­wand, denn du musst die ent­stan­de­nen Kos­ten regel­mä­ßig nach­wei­sen, um Geld von der Ver­si­che­rung zu bekom­men.

Pfle­ge­ta­ge­geld­ver­si­che­rung

Die Pfle­ge­ta­ge­geld­ver­si­che­rung ist die ver­brei­tets­te Form der pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung. Bei die­sem Modell bekommst du pro Tag der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit einen fest­ge­leg­ten Betrag aus­ge­zahlt. Das Geld hast du wie auch die Ren­te zur frei­en Ver­fü­gung. Der Betrag soll­te natür­lich so gewählt wer­den, dass die zu erwar­ten­de Pfle­ge­lü­cke mög­lichst all­um­fas­send geschlos­sen sein wird.

Was ist bei einer pri­va­ten Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung zu beach­ten?

Unab­hän­gig vom gewähl­ten Modell gibt es ein paar Sachen, auf die du beim Abschluss dei­ner pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung unbe­dingt ach­ten soll­test, damit du im Pfle­ge­fall schnell an dein Geld kommst.

Bei­trags­sta­bi­li­tät

Du soll­test unbe­dingt dar­auf ach­ten, dass dir mög­lichst sta­bi­le Bei­trä­ge garan­tiert wer­den. Ohne Zusi­che­rung der Bei­trags­sta­bi­li­tät ist es mög­lich, dass die Ver­si­che­rung nach eini­gen Jah­ren dei­ne Bei­trä­ge erhöht, sodass du deut­lich mehr für dei­ne Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung bezahlst, als du ursprüng­lich geplant hast.

Ver­zicht auf Kün­di­gungs­recht

Die­ser Aspekt ist sehr wich­tig. Der Ver­si­che­rer soll auf sein ordent­li­ches Kün­di­gungs­recht ver­zich­ten. Du kannst dei­ne Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung natür­lich jeder­zeit frist­ge­recht kün­di­gen. Doch wenn der Ver­si­che­rer nicht auf sein Recht ver­zich­tet, kann er dich ohne Anga­be von Grün­den kün­di­gen und du stehst plötz­lich ohne pri­va­te Pfle­ge­ver­si­che­rung da.

Häus­li­che Lai­en­pfle­ge

Auch in die­sem Fall soll­te die Ver­si­che­rung ihre zuge­sag­ten Leis­tun­gen erbrin­gen. Gera­de in den unte­ren Pfle­ge­stu­fen ist es oft­mals noch mög­lich, häus­li­che Pfle­ge aus­zu­üben. Als Pfle­ge­fall wür­dest du zunächst daheim von Ver­wand­ten oder Bekann­ten gepflegt wer­den.

Eini­ge Ver­si­che­rer ver­spre­chen hohe Leis­tun­gen, über­neh­men die Kos­ten aber nur bei sta­tio­nä­rer Pfle­ge oder bei Pfle­ge durch einen ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst. Wenn dein Ehe­part­ner dir beim Duschen und Essen hilft, soll­te die­ser für sei­ne Zeit und Mühe eben­so ver­gü­tet wer­den wie eine gelern­te Pfle­ge­kraft.

War­te- & Karenz­zei­ten

Bei­de Zei­ten soll­ten so kurz wie mög­lich sein. Die War­te­zeit beschreibt die Ver­si­che­rungs­zeit bis zur Leis­tungs­er­brin­gung. Damit nie­mand kurz vor der Fest­stel­lung der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit noch schnell eine Ver­si­che­rung abschließt und lebens­lang Ren­te kas­siert, musst du in der Regel meh­re­re Jah­re lang Bei­trä­ge ein­zah­len, bis ein Leis­tungs­an­spruch besteht. Auch auf einen Ver­zicht auf die War­te­zeit soll­test du Wert legen. Die­se Aus­nah­me wird häu­fig ange­bo­ten, wenn die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit infol­ge eines Unfalls ein­ge­tre­ten ist.

Die Karenz­zeit soll­te eben­falls mög­lichst kurz sein. Die­se Zeit beschreibt den Zeit­raum zwi­schen Fest­stel­lung der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit und den ers­ten Leis­tungs­er­brin­gun­gen.

Wie fin­de ich eine gute Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung?

Wenn du dich hin­rei­chend infor­miert hast und weißt, was bei einer Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung beson­ders wich­tig ist, kannst du die ver­schie­de­ne Ange­bo­te ganz ein­fach mit einem kos­ten­lo­sen Ver­gleichs­rech­ner im Inter­net fin­den. Du gibst die rele­van­ten Daten in die Such­mas­ke ein und bekommst eine Über­sicht über die wich­tigs­ten Leis­tun­gen aller infra­ge kom­men­den Tari­fe.

Dar­über hin­aus hast du die Mög­lich­keit, dir detail­lier­te Infor­ma­tio­nen über die ein­zel­nen Ange­bo­te anzu­se­hen und meh­re­re Tari­fe direkt mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Dei­nen Ver­si­che­rungs­an­trag kannst du ohne Zusatz­kos­ten eben­falls direkt online stel­len.
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