Pflegezusatzversicherung

.

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

.
//Pflegezusatzversicherung

Mit einer Pflegezusatzversicherung oder auch einer privaten Pflegeversicherung sorgst du finanziell für die Zeit der Pflegebedürftigkeit im Alter vor. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nämlich deutlich weniger Geld aus, als ein Platz in einem Pflegeheim kostet. Diese sogenannte Rentenlücke beträgt teils über 2.000 Euro monatlich und kann mit einer Pflegezusatzversicherung geschlossen werden. Ansonsten bekommst du nur die nötigste Pflege, bezahlt von deinen Kindern oder dem Sozialamt.

Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?

Ja. Wenn du dir einen Platz in einem Pflegeheim nicht aus eigener Tasche bezahlen kannst ist eine Pflegezusatzversicherung eine sehr wichtige und sinnvolle Versicherung. Wenn du im Alter Pflege benötigst, zahlt dir die gesetzliche Pflegeversicherung bis zu 1.612 Euro im Monat. Das klingt nach relativ viel Geld, reicht aber noch nicht einmal für eine einfache Unterbringung in einem Pflegeheim.

Die vollstationäre Unterbringung in einem Pflegeheim kostet für jemanden mit Pflegestufe III bundesweit durchschnittlich rund 3.437 Euro. Du müsstest folglich jeden Monat 1.825 Euro selbst zuzahlen. Kannst du das nach Verbrauch deines Vermögens nicht, übernimmt das Sozialamt die Kosten und versucht anschließend, das Geld von deinen Kindern zurückzubekommen.

Wenn du mehr als die absolut notwendige Pflege bekommen möchtest, solltest du wirklich über eine private Pflegezusatzversicherung nachdenken.

Ab wann brauche ich eine Pflegeversicherung?

Bei Vorsorgeversicherungen ist es immer gut, möglichst früh anzufangen, da die Beiträge dann entsprechend gering sind. Aber auch mit 40 Jahren findest du noch viele gute und bezahlbare Tarife.

Du solltest dich in jedem Fall rechtzeitig informieren, um die beste Pflegeversicherung für dich zu bekommen. Vielleicht denkst du jetzt noch nicht ans Alter, aber auch du bleibst nicht für immer jung und es wird die Zeit kommen, in der du merkst, dass du weniger heben kannst, dass die Beine schwerer werden und das Aufstehen nicht mehr so leicht geht. Irgendwann kannst du dann auch keine anstrengenden Arbeiten wie Fensterputzen mehr alleine ausführen und kommst keine Leiter mehr rauf.

Dass der Körper im Alter abbaut ist völlig normal und gilt in der Wissenschaft derzeit als unaufhaltbar. Das Beste was du also machen kannst ist dich darauf vorzubereiten, und zwar so früh wie möglich.

Die drei Arten der privaten Pflegeversicherung

Es gibt nicht „die eine“ Pflegezusatzversicherung. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Modelle, nämlich die der Pflegerenten-, Pflegekosten- und der Pflegetagegeldversicherung. Die Leistungen unterscheiden sich teils drastisch, sodass du dir überlegen solltest, welches Modell für dich am geeignetsten ist.

Daneben gibt es auch sogenannte Kombitarife, die die Leistungen der einzelnen Modelle kombinieren. Da die private Altersvorsorge ein sehr wichtiges Thema ist, solltest du diesbezüglich auch eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung ist eine Rentenversicherung für den Pflegefall. Wenn du also pflegebedürftig wirst, bekommst du lebenslang eine monatliche Rente ausgezahlt. Die Höhe der Rentenzahlungen kannst du für jeden Pflegegrad selbst festlegen. Dieses Modell klingt zwar sehr gut, ist aber trotzdem nicht sonderlich beliebt, da es auch die teuerste Variante der Pflegezusatzversicherung ist.

Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung ist die komplexeste Form der Pflegezusatzversicherung. Die Versicherung beteiligt sich an den realen Pflegekosten. Du legst fest, wie hoch der Anteil in den einzelnen Pflegestufen sein soll. Der Vorteil hierbei ist, dass der Anteil prozentual festgelegt wird. Wenn die Kosten steigen, steigt auch der von der Versicherung übernommene Betrag.

Der Nachteil dieses Modells ist allerdings der Verwaltungsaufwand, denn du musst die entstandenen Kosten regelmäßig nachweisen, um Geld von der Versicherung zu bekommen.

Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist die verbreitetste Form der privaten Pflegeversicherung. Bei diesem Modell bekommst du pro Tag der Pflegebedürftigkeit einen festgelegten Betrag ausgezahlt. Das Geld hast du wie auch die Rente zur freien Verfügung. Der Betrag sollte natürlich so gewählt werden, dass die zu erwartende Pflegelücke möglichst allumfassend geschlossen sein wird.

Was ist bei einer privaten Pflegezusatzversicherung zu beachten?

Unabhängig vom gewählten Modell gibt es ein paar Sachen, auf die du beim Abschluss deiner privaten Pflegeversicherung unbedingt achten solltest, damit du im Pflegefall schnell an dein Geld kommst.

Beitragsstabilität

Du solltest unbedingt darauf achten, dass dir möglichst stabile Beiträge garantiert werden. Ohne Zusicherung der Beitragsstabilität ist es möglich, dass die Versicherung nach einigen Jahren deine Beiträge erhöht, sodass du deutlich mehr für deine Pflegezusatzversicherung bezahlst, als du ursprünglich geplant hast.

Verzicht auf Kündigungsrecht

Dieser Aspekt ist sehr wichtig. Der Versicherer soll auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichten. Du kannst deine Pflegezusatzversicherung natürlich jederzeit fristgerecht kündigen. Doch wenn der Versicherer nicht auf sein Recht verzichtet, kann er dich ohne Angabe von Gründen kündigen und du stehst plötzlich ohne private Pflegeversicherung da.

Häusliche Laienpflege

Auch in diesem Fall sollte die Versicherung ihre zugesagten Leistungen erbringen. Gerade in den unteren Pflegestufen ist es oftmals noch möglich, häusliche Pflege auszuüben. Als Pflegefall würdest du zunächst daheim von Verwandten oder Bekannten gepflegt werden.

Einige Versicherer versprechen hohe Leistungen, übernehmen die Kosten aber nur bei stationärer Pflege oder bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst. Wenn dein Ehepartner dir beim Duschen und Essen hilft, sollte dieser für seine Zeit und Mühe ebenso vergütet werden wie eine gelernte Pflegekraft.

Warte- & Karenzzeiten

Beide Zeiten sollten so kurz wie möglich sein. Die Wartezeit beschreibt die Versicherungszeit bis zur Leistungserbringung. Damit niemand kurz vor der Feststellung der Pflegebedürftigkeit noch schnell eine Versicherung abschließt und lebenslang Rente kassiert, musst du in der Regel mehrere Jahre lang Beiträge einzahlen, bis ein Leistungsanspruch besteht. Auch auf einen Verzicht auf die Wartezeit solltest du Wert legen. Diese Ausnahme wird häufig angeboten, wenn die Pflegebedürftigkeit infolge eines Unfalls eingetreten ist.

Die Karenzzeit sollte ebenfalls möglichst kurz sein. Diese Zeit beschreibt den Zeitraum zwischen Feststellung der Pflegebedürftigkeit und den ersten Leistungserbringungen.

Wie finde ich die beste Pflegezusatzversicherung?

Wenn du dich hinreichend informiert hast und weißt, was bei einer Pflegezusatzversicherung besonders wichtig ist, kannst du die besten Angebote ganz einfach mit einem kostenlosen Vergleichsrechner im Internet finden. Du gibst die relevanten Daten in die Suchmaske ein und bekommst eine Übersicht über die wichtigsten Leistungen aller infrage kommenden Tarife.

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, dir detaillierte Informationen über die einzelnen Angebote anzusehen und mehrere Tarife direkt miteinander zu vergleichen. Deinen Versicherungsantrag kannst du ohne Zusatzkosten ebenfalls direkt online stellen.