Als Schü­ler Akti­en kaufen

.

Geschätzte Lesezeit: 13 Minuten

.
//Als Schü­ler Akti­en kaufen
Schülerdepot Aktien

Jugend­li­che befas­sen sich immer häu­fi­ger mit The­men wie Akti­en­kauf und Geld­an­la­gen. Schließ­lich ist es in wirt­schaft­lich unan­ge­neh­men Zei­ten auch den Her­an­wach­sen­den wich­tig, sich um ihre spä­te­re finan­zi­el­le Sicher­heit zu küm­mern. Ein Weg, Geld über einen lan­gen Hor­ri­zont mög­lichst gewinn­brin­gend anzu­le­gen, kön­nen Akti­en sein. Als Schü­ler darf man, solan­ge man noch min­der­jäh­rig ist, nicht mit Akti­en han­deln. Hier zei­gen wir dir, wie es trotz­dem als Schü­ler mög­lich ist, Akti­en zu kau­fen, wor­auf dabei zu ach­ten ist und wel­che For­men der Geld­an­la­gen für Schü­ler sinn­voll sein könnten. 

War­um soll­ten sich Schü­ler mit Akti­en kau­fen beschäftigen?

Den ers­ten Teil sei­nes Lebens ver­brin­gen wir mit der Schu­le. Wir ler­nen seit der Geburt, von den Eltern, Ver­wand­ten, Bekann­ten, im Kin­der­gar­ten und in der Schu­le, in der wir auf das rich­ti­ge Leben vor­be­rei­tet wer­den sol­len. Nach der Schu­le beginnt ein ganz neu­er Lebens­ab­schnitt, in dem wir ler­nen müs­sen, auf eige­nen Füßen zu ste­hen. Wir machen eine Aus­bil­dung oder stu­die­ren und grün­den unse­ren ers­ten eige­nen Haushalt. 

Auf ein­mal haben wir es mit Din­gen zu tun, die unse­re Eltern immer für uns gemacht haben. Kochen und den Haus­halt orga­ni­sie­ren, das sind Din­ge, bei denen wir ver­mut­lich alle mit­ge­hol­fen haben. Aber Din­ge wie Steu­ern, Ver­si­che­run­gen und Geld­an­la­gen? Das ist etwas, was die meis­ten in der Schu­le höchs­tens mal ein wenig in der Theo­rie gehört haben. Wie das alles funk­tio­niert, müs­sen wir meist selbst lernen. 

Aus die­sem Grund ist es wich­tig, sei­ne Kin­der im Schul­al­ter auch an sol­che The­men her­an­zu­füh­ren. Mit Schul­al­ter bzw. Schü­ler mei­nen wir natür­lich nicht, dass Kin­der schon in der Grund­schu­le ler­nen sol­len, wie man Geld gewinn­brin­gend anlegt und wel­che Ver­si­che­run­gen es alles gibt. Da ist es wich­tig, über­haupt erst­mal den ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Umgang mit Geld zu ler­nen. Hier geht es um Schü­ler nach der Puber­tät, um jun­ge Erwach­se­ne, die in abseh­ba­rer Zeit mit der Schu­le fer­tig wer­den und ein selbst­stän­di­ges Leben vor sich haben. 

Dazu gehört eben auch ein ande­rer Umgang mit Geld. In die­sem Abschnitt spre­chen wir dich als Eltern­teil an, der Rest des Arti­kels rich­tet sich an jun­ge Erwach­se­ne, an Schü­ler, die sich lobens­wer­ter­wei­se bereits mit dem The­men­be­reich Akti­en­kauf und Geld­an­la­gen auseinandersetzen. 

Es ist wich­tig, dass dein Nach­wuchs sich dafür inter­es­siert. Genau­so wich­tig ist es, dass du ihn dabei unter­stützt und das Anlie­gen ernst nimmst. 

Eige­nes Akti­en­de­pot für Schüler?

Um mit Akti­en han­deln zu kön­nen, brauchst du ein Depot­kon­to für dein Akti­en­de­pot. Ein Giro­kon­to hast du als Schü­ler mit Sicher­heit schon. Du kannst dort genau­so mit dei­nem Geld umge­hen wie Erwach­se­ne das auch tun. Ein eige­nes Depot­kon­to kannst du jedoch frü­hes­tens an dei­nem 18. Geburts­tag eröff­nen, da du vor­her noch nicht als voll geschäfts­fä­hig giltst. 

Das bedeu­tet jedoch nicht, dass dir der Akti­en­markt gänz­lich ver­wehrt bleibt. Was du in jedem Fall brauchst ist die Ein­wil­li­gung dei­ner Eltern oder einer ande­ren erzie­hungs­be­rech­tig­ten Per­son. Die­se muss offi­zi­ell dein Vor­mund sein. Dei­ne Groß­el­tern, Onkel oder voll­jäh­ri­ge Geschwis­ter kön­nen dir in die­ser Ange­le­gen­heit lei­der nicht weiterhelfen. 

Mit der Ein­wil­li­gung dei­ner Eltern kannst du ein Akti­en­de­pot eröff­nen, aber immer noch nicht damit han­deln. Dei­ne Eltern dür­fen aller­dings in dei­nem Namen Wert­pa­pie­re kau­fen und ver­kau­fen. Sie ver­wal­ten dein Depot­kon­to. Im Grun­de han­delt ihr mit dei­nem Geld gemein­sam an der Börse. 

Das Geld gehört dabei aber immer dir. Dei­ne Eltern dür­fen nicht frei, son­dern nur in dei­nem Sin­ne über dein Depot­kon­to ver­fü­gen. Du kannst ihnen folg­lich sagen, was sie kau­fen und ver­kau­fen sol­len. Sie selbst die­nen dabei mehr als Stim­me der Ver­nunft, wenn sie den­ken soll­ten, dass du da grad einen schwe­ren Feh­ler machst. Sie dür­fen kei­ne eigen­stän­di­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen und etwas kau­fen oder ver­kau­fen, wenn du selbst nicht zustimmst. 

An dei­nem 18. Geburts­tag geht die vol­le Ver­ant­wor­tung auf dich über und du kannst ohne Ein­wil­li­gung frei über dein Akti­en­de­pot verfügen. 

Depot für Schüler

Die Wahl des rich­ti­gen Depot­kon­tos für Schüler

Als Schü­ler ist dein Ein­kom­men ver­mut­lich eher gering. Wahr­schein­lich sparst du dein Taschen­geld, ver­dienst dir etwas mit einem Neben­job dazu oder möch­test den Akti­en­han­del ein­fach mal mit Geld­ge­schen­ken zum Geburts­tag oder zu Weih­nach­ten ausprobieren. 

Beson­ders bei klei­nen Geld­an­la­gen kommt es auf die Gebüh­ren an. Vie­le Akti­en­de­pots ver­lan­gen eine Kon­to­füh­rungs­ge­bühr oder zumin­dest Gebüh­ren für die Trans­ak­tio­nen. Dadurch ver­lierst du sozu­sa­gen bei jedem Kauf oder Ver­kauf etwas Geld an die Bank für deren Dienstleistungen. 

Vie­le Direkt­ban­ken, aber auch eini­ge Haus­ban­ken, bie­ten aller­dings auch kos­ten­lo­se Wert­pa­pier­de­pots an, bei denen kei­ne Grund­ge­bühr anfällt. Es gibt auch spe­zi­el­le Juni­or-Depot­kon­ten mit beson­ders nied­ri­gen oder sogar gar kei­nen Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren. Sol­che Kon­ten sind auf Schü­ler als Ziel­grup­pe aus­ge­rich­tet. Du musst nur dar­auf ach­ten, wel­che Gebüh­ren erho­ben wer­den, sobald du voll­jäh­rig bist. 

Wel­ches Kon­to sich für dich am bes­ten eig­net, hängt auch von dei­ner Anla­ge­stra­te­gie ab. Auf die drei gän­gigs­ten Anla­ge­ar­ten gehen wir im nach­fol­gen­den Abschnitt ein. 

Ein­mal­an­la­ge, Tra­ding oder Spar­plan für Jugendliche?

Über dei­ne Anla­ge­stra­te­gie soll­test du gut nach­den­ken und dich über die Vor- und Nach­tei­le infor­mie­ren. Wenn du eine etwas grö­ße­re Sum­me anle­gen möch­test, kannst du das in Form einer Ein­mal­an­la­ge tun. Dabei setzt du jedoch alles auf eine Kar­te. Du kaufst von dei­nem Geld zum Bei­spiel Akti­en eines bestimm­ten Unter­neh­mens, weil du denkst, dass sich das Unter­neh­men in den nächs­ten Jah­ren her­vor­ra­gend ent­wi­ckeln wird, sodass du dir einen sat­ten Gewinn versprichst. 

Das ist gene­rell sehr ris­kant, denn selbst rie­si­ge Unter­neh­men kön­nen schnel­ler Ver­lus­te ein­fah­ren als du gucken kannst. So hat die Aktie des Strea­ming­diens­tes Net­flix kurz nach dem Aus­stieg aus dem Geschäft in Russ­land rund 25 Pro­zent an Wert ver­lo­ren. Das war zwar nicht der ein­zi­ge Fak­tor, der dazu geführt hat, aber mög­li­cher­wei­se das berühm­te Züng­lein an der Waa­ge. Anfang des Jah­res sah es noch ganz anders aus. Wer damals in die­se Akti­en inves­tiert hat, hat nach der Ent­schei­dung wohl etwas bedrückt aus der Wäsche geschaut. 

Du kannst aber auch eine rela­tiv siche­re Anla­ge wäh­len und dein Geld in Gold oder Sil­ber inves­tie­ren. Gera­de Gold ist in wirt­schaft­lich schwe­ren Zei­ten die belieb­tes­te Kri­sen­wäh­rung über­haupt. Dem­entspre­chend zie­hen vie­le Inves­to­ren ihr Geld in Kri­sen­zei­ten von der Bör­se ab und inves­tie­ren es lie­ber in Gold, da die­ses sei­nen Wert bis­her immer bei­be­hal­ten hat. In Kri­sen­zei­ten steigt der Gold­preis daher auch regel­mä­ßig an. 

Trotz­dem kann dir nie­mand garan­tie­ren, dass das auch auf ewig so blei­ben wird. Als ziem­lich sicher gilt ledig­lich, dass eine Inves­ti­ti­on in Gold nicht zu einem Total­ver­lust füh­ren dürf­te. Hohe Ver­lus­te sind jedoch auch hier­bei mög­lich und Divi­den­den erhält man auch nicht. 

Tra­ding bezeich­net den akti­ven Han­del mit Wert­pa­pie­ren. Du inves­tierst dein Geld in meh­re­re Akti­en und triffst je nach Ent­wick­lung schnel­le Ent­schei­dun­gen. Steigt eine dei­ner Akti­en plötz­lich schnell im Wert, stehst du vor der Ent­schei­dung, ent­we­der auf wei­ter stei­gen­de Kur­se zu wet­ten oder sie zu ver­kau­fen, um die Gewin­ne mit­zu­neh­men. Bei sin­ken­den Kur­sen musst du dich fra­gen, ob du ver­kau­fen möch­test, um dei­ne Ver­lus­te zu mini­mie­ren, ob du war­test, bis sie sich wie­der erholt oder, ob du so sehr dar­an glaubst, dass sie sich wie­der erholt, dass du sogar noch mehr Geld dar­in inves­tierst, da die Akti­en grad güns­tig zu haben sind. 

Die­se Anla­ge­stra­te­gie ist eher für sehr risi­ko­freu­di­ge Anle­ger geeig­net. Für dich als Schü­ler ist sie eher weni­ger ide­al. Es locken zwar schnel­le Gewin­ne, aber eben auch har­te Ver­lus­te. Da du ver­mut­lich nicht so viel Geld zur Ver­fü­gung hast, tut das wahr­schein­lich dann ziem­lich weh. Außer­dem darfst du die Tra­ding­ge­büh­ren nicht unbe­ach­tet las­sen. Der bes­te Gewinn ist nichts wert, wenn er von den Gebüh­ren wie­der auf­ge­fres­sen wird. Wenn du ver­kaufst, um Ver­lus­te zu mini­mie­ren, ver­grö­ßern die Gebüh­ren die­se nur noch. 

Die Anla­ge­stra­te­gie, wel­che sich für die meis­ten Schü­ler wahr­schein­lich sehr gut eig­net, ist der Spar­plan. Mög­li­cher­wei­se kennst du so etwas in der Art ja schon. Es ist nicht so sel­ten, dass man selbst oder die Eltern jeden Monat einen bestimm­ten Betrag auf ein Spar­kon­to über­wei­sen, um bei­spiels­wei­se für den Füh­rer­schein oder das ers­te Auto zu spa­ren. Es sind immer klei­ne Beträ­ge, die sich über die Jah­re jedoch zu einer grö­ße­ren Sum­me ent­wi­ckeln, die neben­bei noch ein paar Zin­sen abwirft. 

Ein Spar­plan funk­tio­niert im Grun­de genau­so. So ziem­lich jede Bank bie­tet Spar­plä­ne an. Dabei han­delt es sich nicht um lang­fris­tig ange­leg­te Plä­ne mit einem bestimm­ten Zins­ver­spre­chen, sodass du weißt, dass du bei regel­mä­ßi­gen Ein­zah­lun­gen nach ein paar Jah­ren eine bestimm­te Gesamt­sum­me zur Ver­fü­gung haben wirst. 

Viel­mehr funk­tio­niert es so, dass du regel­mä­ßig eine bestimm­te Sum­me in von dir aus­ge­wähl­te Akti­en oder Index­fonds anlegst. Du über­weist die Anla­ge­sum­me auf dein Depot­kon­to und legst fest, dass bei­spiels­wei­se jeden Monat 25 Euro in einen Fonds inves­tiert wer­den sol­len. Ob du die Gesamt­sum­me auf dein Depot­kon­to über­weist oder einen Dau­er­auf­trag über 25 Euro ein­rich­test, spielt dabei kei­ne Rol­le. Wenn das Geld auf dei­nem Depot­kon­to liegt, wer­den an einem bestimm­ten Stich­tag auto­ma­tisch Akti­en oder Fonds­an­tei­le im Wert von 25 Euro gekauft. 

Der Kurs spielt dabei kei­ne Rol­le. Du erhältst so vie­le Antei­le, wie es gera­de für das Geld gibt. Ist der Kurs hoch, bekommst du weni­ge Antei­le bzw. Bruch­stü­cke, ist er nied­rig, erhältst du ent­spre­chend mehr Antei­le. Im Lau­fe der Zeit kaufst du sozu­sa­gen zum Durch­schnitts­preis. Ein zwi­schen­zeit­li­cher Kurs­ver­lust kann sogar posi­tiv sein, da du dann mehr Antei­le bekommst, wel­che dann bei stei­gen­dem Kurs eben­falls an Wert gewinnen. 

Auch die­se Anla­ge­form ist natür­lich nicht frei von Risi­ko. Dass sich dei­ne Wert­pa­pie­re nach­hal­tig nega­tiv ent­wi­ckeln, ist abso­lut mög­lich. Beim Han­del mit Wert­pa­pie­ren musst du dir immer des­sen bewusst sein, dass du eben auch Geld ver­lie­ren kannst. Bei Fonds ist das Risi­ko in der Regel etwas gerin­ger, da nicht nur in ein ein­zel­nes Unter­neh­men inves­tiert wird und das Risi­ko somit brei­ter gestreut ist. 

Ach­tung bei Aktientipps
Grund­sätz­lich kennt nie­mand die Akti­en­kur­se von mor­gen, kein Finanzblogger/Finanzmagazin, kein Finanz­in­flu­en­cer auf insta­gram oder Twit­ter, kein Finanz­pod­cas­ter oder auch der nor­ma­le Bank­be­ra­ter. Des­we­gen soll­te man immer vorsch­tig sein, wenn jemand einen tod­si­che­ren Akti­en­tipp hat und man unbe­dingt inves­tie­ren soll­te. (Das gilt für Akti­en, aber an sich auch für alle ande­ren For­men der Gelanlage.)

Als Schü­ler in Akti­en oder Index­fonds (ETF) investieren?

Der Kauf von Akti­en ist gene­rell ris­kan­ter als die Inves­ti­ti­on in Index­fonds. Bei Akti­en setzt du dein Geld auf die Ent­wick­lung ein­zel­ner Unter­neh­men. Sicher­lich gibt es eini­ge Unter­neh­men, deren Akti­en­kurs sehr wahr­schein­lich dau­er­haft wei­ter stei­gen dürf­te, zumin­dest aus jet­zi­ger Sicht. 

Wir hat­ten bereits Net­flix als Bei­spiel genannt. Abge­se­hen von der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung auf die­sem Geschäfts­feld kam der star­ke Ein­bruch des Akti­en­werts nach dem Rück­zug aus Russ­land auch für Exper­ten eher über­ra­schend. Ein sin­ken­der Kurs war logisch, aber die Grö­ßen­ord­nung war eben so nicht erwar­tet wor­den. Bei der Inves­ti­ti­on in Akti­en musst du stets den Markt im Blick haben und auch Erfah­run­gen sam­meln bezüg­lich der Ent­wick­lung durch bestimm­te Ent­schei­dun­gen, Geset­ze oder neue Technologien. 

ETF, also Index­fonds, sind für Ein­stei­ger, wie du es als Schü­ler letzt­end­lich bist, viel­leicht die bes­se­re Wahl. Dort inves­tierst du in ein Abbild eines Mark­tes, was bedeu­tet, dass du in alle dar­in ver­tre­te­nen Unter­neh­men inves­tierst. Wenn der Akti­en­kurs eines Unter­neh­mens abstür­zen soll­te, kön­nen die Ver­lus­te durch Gewin­ne der ande­ren Unter­neh­men auf­ge­fan­gen wer­den. Das bedeu­tet es, wenn von gestreu­tem Risi­ko die Rede ist. 

Natür­lich ist es auch so, dass meh­re­re in einem ETF ver­tre­te­ne Unter­neh­men Kurs­ver­lus­te erlei­den kön­nen und der gesam­te Index­fonds an Wert ver­lie­ren kann. Das ist ganz nor­mal, eine risi­ko­freie Inves­ti­ti­on mit garan­tier­ten Gewin­nen gibt es nicht. Sonst wür­de ja jeder sein Geld dar­in inves­tie­ren und das mit der Welt­wirt­schafts­kri­se wäre kein Pro­blem mehr. 

Einen ETF soll­test du als lang­fris­ti­ge Inves­ti­ti­on sehen. Das Eich­hörn­chen ernährt sich bekann­ter­ma­ßen müh­sam. Im jugend­li­chen Sturm und Drang kann es sein, dass du dir sehr schnell hohe Gewin­ne vor­stellst. Aber es ist wich­tig, rea­lis­tisch zu blei­ben. Lie­ber dau­er­haft Geld spa­ren und es ver­meh­ren und für dich arbei­ten las­sen, als alles ver­lie­ren und mit lee­ren Hän­den dazustehen. 

Ein Tipp noch bezüg­lich ETFs: Wenn du dich für einen ETF-Spar­plan ent­schei­dest, wäre ein the­sau­rie­ren­der ETF viel­leicht nicht ver­kehrt. The­sau­rie­rend bedeu­tet, dass von den Unter­neh­men aus­ge­schüt­te­te Divi­den­den direkt wie­der in den Fonds inves­tiert wer­den. Das heißt, dass jeder dei­ner Antei­le bei jeder Divi­den­den­aus­schüt­tung an Wert gewinnt. So ent­steht mit der Zeit ein Zin­ses­zins-Effekt, von dem du nur pro­fi­tie­ren kannst. 

All­ge­mei­ne Tipps zum Akti­en­han­del für Schüler

Zunächst soll­test du dich über den Akti­en­han­del infor­mie­ren. Im Inter­net bekommst du zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen, teils auch sehr gut auf­be­rei­tet, alter­na­tiv geht natür­lich auch immer das gute alte Fach­buch. Du soll­test unbe­dingt die wich­tigs­ten Begrif­fe ken­nen und nicht nur wis­sen, wie man sie in all­täg­li­che Spra­che über­setzt, son­dern du soll­test in der Lage sein, sie in eben die­ser erklä­ren zu kön­nen. Wenn du das kannst, hast du schon viel davon verstanden. 

Dann lernst du, Akti­en­kur­se auch über Zeit zu lesen, um die Ent­wick­lung ein wenig bes­ser inter­pre­tie­ren zu kön­nen. Lass dich von Rück­schlä­gen nicht ent­mu­ti­gen, die gehö­ren zum Lern­pro­zess dazu, was du als Schü­ler wahr­schein­lich schon kennst. 

Um her­aus­zu­fin­den, ob Akti­en­han­del oder län­ger­fris­ti­ge Geld­an­la­ge in Fonds oder Edel­me­tal­le etwas für dich ist, kann es eine gute Idee sein, wenn du es ein­fach mal ohne dein ech­tes Geld aus­pro­bierst. Es gibt zum Bei­spiel zahl­rei­che Tra­ding-Apps, mit denen du im Erwach­se­nen­al­ter rea­le Wert­pa­pie­re han­deln kannst. Vie­le davon sind auch für den Brow­ser am PC ver­füg­bar, was es noch ein­fa­cher macht. 

Die meis­ten die­ser Apps bie­ten auch ein Demo­kon­to an. Du kriegst einen bestimm­ten Betrag “Spiel­geld” zur Ver­fü­gung gestellt und kannst damit frei an den Bör­sen han­deln, mit so ziem­lich allen Instru­men­ten, die es so gibt. Du kriegst auch teil­wei­se die Live-Bör­sen­kur­se zur Ver­fü­gung gestellt, wie sie auch im rich­ti­gen Han­del sind. Der Unter­schied dabei ist, dass es sich eben um eine Simu­la­ti­on han­delt. Du inves­tierst kein ech­tes Geld und kaufst auch kei­ne rea­len Aktien. 

Auf die­se Art und Wei­se kannst du hem­mungs­los her­um­pro­bie­ren und viel ler­nen. Schei­tern macht nichts, dann kannst du von vor­ne anfan­gen. Unse­re Redak­ti­on kann aus Erfah­rung sagen, dass das durch­aus Spaß macht. Du lernst schnell die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Nach­rich­ten, Aktio­närs­ver­samm­lun­gen, Quar­tals­be­rich­ten und Kurs­ent­wick­lung ken­nen und freust dich, wenn du ein Akti­en­pa­ket mit hohen Gewin­nen ver­kaufst. Du inves­tierst wahr­schein­lich auch in Risi­ko­märk­te, weil dort die meis­ten Gewin­ne warten. 

Genau das ist aber auch ein Risi­ko, wel­ches du stets im Auge behal­ten soll­test. Es han­delt sich dabei um eine Simu­la­ti­on. Am Com­pu­ter gut in einem Flug­zeug­si­mu­la­tor zu sein, macht dich noch lan­ge nicht zum Pilo­ten. Wenn du gut in Renn­spie­len bist, bist du nicht auto­ma­tisch auch ein guter Auto­fah­rer. Die Her­aus­for­de­rung ist, die­ser Ver­lo­ckung zu wider­ste­hen und die Simu­la­ti­on rich­tig ernst zu nehmen. 

Spiel­geld ist Spiel­geld und wir kön­nen dir auch sagen, dass es sich ganz anders anfühlt, wenn du dein eige­nes Geld investierst. 

Ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Akti­en­han­del ist auch eine Sache der Geduld. Wenn du dein Geld gewinn­brin­gend anle­gen möch­test, bei­spiels­wei­se in Form eines ETF-Spar­plans, kommst du am Anfang gefühlt kaum vor­an. Du zahlst 25 Euro ein und war­test einen Monat. Mit viel Glück hast du nach einem Monat 26 Euro oder viel­leicht 25,10 Euro. Mög­li­cher­wei­se hast du auch nur noch 24,50 Euro. Das ist wahr­schein­lich erst ein­mal ernüchternd. 

Aber Gut Ding will bekann­ter­ma­ßen Wei­le haben. Du zahlst dann wei­te­re 25 Euro ein und das jeden Monat. Nach vier Mona­ten hast du schon 100 Euro ein­ge­zahlt und wenn alles gut läuft, hast du etwas mehr als das an Wert in dei­nem Depot. Nach einem Jahr hast du dann schon über 300 Euro und bei einer guten Anla­ge auch ein paar Pro­zent Gewinn gemacht. Dei­ne inves­tier­te Sum­me wächst wei­ter und du kriegst auch Gewin­ne auf die grö­ße­re Sum­me. So wird es kon­stant und immer schnel­ler mehr. 

Vor­aus­ge­setzt natür­lich, du hast die rich­ti­gen Wert­pa­pie­re gewählt. Gera­de bei Anla­gen wie ETFs kommt es drauf an, die Gesamt­ent­wick­lung zu beob­ach­ten. Ein Index­fonds schwankt immer. Das ist bei allem, was an der Bör­se gehan­delt wird, so. Die Fra­ge lau­tet immer: Hat der Wert über die Jah­re und Mona­te im Schnitt zuge­nom­men? Hat er das, ist ein Kurs­ab­fall meist nicht dra­ma­tisch. Die Wahr­schein­lich­keit, dass er sich wie­der erholt ist durch­aus da, Panik­ver­käu­fe brin­gen gar nichts. 

Das sind auch Sachen, bei denen dir dei­ne Eltern viel­leicht hel­fen kön­nen. Sie sind sowie­so an der Ange­le­gen­heit betei­ligt, da es ohne ihre Ein­wil­li­gung als Schü­ler gar nicht mög­lich wäre, Akti­en zu kau­fen. Bezieh sie auch sonst ruhig mit ein, vor allem, wenn sie selbst etwas Erfah­rung in Sachen Geld­an­la­gen haben. Dei­ne Eltern haben Erfah­rung, du hast dei­ne Ideen und eige­nen Vor­stel­lun­gen. Ihr könnt bei­de von­ein­an­der lernen. 

Zu guter Letzt: Hand­le stehts ver­ant­wor­tungs­voll. Du soll­test immer Sicher­hei­ten in der Hin­ter­hand haben. Alles ris­kie­ren bedeu­tet, auch alles ver­lie­ren zu kön­nen. Natür­lich kannst du auch mal zocken, gera­de am Anfang ist es womög­lich sogar sehr ver­lo­ckend. Sam­me­le zunächst ein paar Erfah­run­gen mit rela­tiv siche­ren Anla­gen wie bis­her lang­fris­tig erfolg­rei­chen Index­fonds. Dabei ist das Ver­lust­ri­si­ko natür­lich nicht aus­ge­schlos­sen, aber es ist klei­ner als bei ein­zel­nen Aktien. 

Wenn du es mit ris­kan­te­ren Geschäf­ten pro­bie­ren möch­test, kannst du zwei­glei­sig fah­ren. Nimm einen grö­ße­ren Pro­zent­satz des Gel­des, wel­ches du inves­tie­ren möch­test, und inves­tie­re es in soli­de Anla­gen. Mit die­sem Geld kannst du Ver­lus­te auf­fan­gen, soll­ten die ris­kan­te­ren Geschäf­te zu wel­chen füh­ren. Gene­rell blei­ben wir aber der Mei­nung, dass eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Geld­an­la­ge, nicht nur für Schü­ler, die sinn­volls­te Anla­ge­form ist. 

Was ist eigent­lich mit dem The­ma Steu­ern und dem eige­nen Depot? Auch das soll­test du dir ein­mal genau­er anse­hen, da jeder von uns einen Spa­rer­pausch­be­trag hat und die­sen sinn­voll nut­zen soll­te. Mehr und ganz aus­führ­lich kannst du das bei jus­tETF nach­le­sen.

Wie star­ten — kurz & knapp

Noch­mal unter 18 und frisch mit Akti­en anfa­gen? Wie wür­den wir das jetzt genau angehen? 

Wir haben das The­ma inkl. vie­ler Erin­ne­run­gen an die­se Zeit auch in unse­rer Finanz­schot­ten-Redak­ti­on bespro­chen und wür­den wir folgt starten: 

- Min­des­tens ein Buch zu dem The­ma lesen, wie z.B. von den Kol­le­gen von Finanz­fluss (Buch bei Ama­zon)

- Sich bei einem Bör­sen­spiel aus­pro­bie­ren oder einem Demokonto/Musterdepot, um den Umgang mit einem Depot zu ver­ste­hen und die Funk­ti­ons­wei­sen zu lernen

- Wenn das mit dem rich­ti­gen eige­nen Jugend­de­pot geklappt hat, mit einem klei­nen ETF-Spar­plan aus den MSCI World star­ten und sich wei­ter inten­siv mit den gan­zen wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hän­gen beschäftigen

 

Ver­wand­te Artikel:
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner