Robo-Advisor

.

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

.

Mit einem Robo-Advisor kannst du dein Geld vollautomatisch in ETFs anlegen. Der Robo-Advisor verwaltet dein Kapitalmarktportfolio für dich und hält sich dabei an bestimmte Anlagestrategien, mit denen dein Geld möglichst profitabel angelegt werden soll. Es handelt sich sozusagen um deinen digitalen Fondsmanager und Vermögensverwalter.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist so etwas wie ein Finanzberatungs-Roboter. Grundlegend ist es eine Software, welche auf Grundlage finanzmathematischer Algorithmen dein Vermögen verwaltet. Da die Prozesse allesamt automatisiert ablaufen, sind sie sehr effizient, weswegen ein Robo-Advisor deutlich weniger kostet als ein realer Fondsmanager.

Mit einem Robo-Advisor kannst du auch mit kleinen Beträgen auf professionelle Finanzstrategien zugreifen, ohne dich intensiv mit der Thematik beschäftigt haben zu müssen. Du stellst dem Robo-Advisor eine bestimmte Summe zur Verfügung, die er für dich in passive Indexfonds investiert. Auch ETF-Sparpläne können von den meisten Robo-Advisor verwaltet werden.

Ein Vorteil ist, dass du dich nicht aktiv um deine Anlagen kümmern musst. Die Software analysiert laufend die Märkte und passt dein Portfolio den aktuellen Gegebenheiten an. Sie sorgt auch dafür, dass deine Anlagegewichtung nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

Ein weiterer Vorteil ist, dass so ein System vollkommen emotionslos vorgeht. Gerade Anfänger neigen dazu, auf Kursschwankungen schnell panisch zu reagieren und aus der Emotion heraus schlechte Entscheidungen zu treffen. Der Robo-Advisor hingegen beobachtet und analysiert sämtliche Bewegungen des Marktes und entscheidet allein aufgrund der vorhandenen Daten. Er erkennt ganz nüchtern, wann es sich um übliche Kursschwankungen handelt und wann es an der Zeit ist, bestimmte Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen.

Wie legt der Robo-Advisor mein Geld an?

In Deutschland aktive Robo-Advisor legen dein Geld in passive Indexfonds an. Die Anlagen sind dabei breit gestreut, wodurch das Verlustrisiko verhältnismäßig gering ist. Für genauere Informationen haben wir ausführliche Artikel über Indexfonds und ETF-Sparpläne bereitgestellt.

Der Robo-Advisor legt dein Geld natürlich nicht einfach irgendwo an. Du kannst selbst entscheiden, in welche Bereiche investiert werden soll. Im Normalfall beginnt der Robo-Advisor mit der Analyse deines Anlageverhaltens. Dafür stellt er dir diverse Fragen, zum Beispiel zu deinen Sparzielen oder deiner Risikobereitschaft. Anhand deiner Angaben schlägt er dir dann verschiedene Strategien vor, die er für geeignet hält.

Du musst dich auch nicht sofort nach der Anmeldung entscheiden. In der Regel stellen die Anbieter ausführliche und transparente Informationen zur Verfügung, damit du genau weißt, worauf du dich mit welcher Strategie einlässt und was dein Robo-Advisor mit deinem Geld vorhat. Du kannst also alle Strategien vor deiner Entscheidung in aller Ruhe studieren.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor wird dir nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Vergleich mit einem professionellen Fondsmanager sind die Gebühren allerdings sehr niedrig. Die Gesamtkosten setzen sich aus den ETF-Kosten und einer Gebühr für den Anbieter zusammen. Die ETF-Kosten betragen in der Regel 0,25 Prozent.

Die Gebühren der Anbieter variieren zwischen 0,15 und 1,0 %. Zusammengerechnet kannst du folglich von einer Jahresgebühr von rund einem Prozent ausgehen.

Wie sicher ist mein Geld?

Dein Geld ist sicher, da der Robo-Advisor in Indexfonds investiert. Fondsvermögen gilt als Sondervermögen und wird unabhängig vom Vermögen des Anbieters verwaltet. Das heißt, dass du kein Geld verlierst, wenn dein Anbieter Insolvenz anmelden muss.

Die Befürchtung ist durchaus berechtigt, da es sich beim Robo-Advisor um ein noch relativ junges Produkt handelt, welches von vielen Finanz-Startups angeboten wird. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass nicht alle Anbieter langfristig überleben werden. Im Falle einer Insolvenz ist dein Geld aber sicher, du musst dir nur einen anderen Anbieter suchen, der sich um die Verwaltung kümmert.

Nicht sicher ist hingegen, wie sich deine Wertanlage entwickelt. Wenn die Märkte, welche deine Indexfonds abbilden zusammenbrechen, wirkt sich das auch auf den Wert deiner ETFs aus. Das Marktrisiko bleibt, wie bei jeder anderen Anlageform auch, erhalten.

Robo-Advisor oder lieber selbst ETFs kaufen?

Letztendlich stellt sich dir bestimmt die Frage, ob du überhaupt einen Robo-Advisor brauchst oder ob du dein Glück nicht selbst in die Hand nehmen sollst. Eine endgültige Antwort kannst natürlich nur du alleine finden. Fakt ist in jedem Fall, dass es billiger ist, selbst in ETFs zu investieren. Mit einem kostenlosen ETF-Sparplan fallen logischerweise überhaupt keine Gebühren an.

Der Handel mit Indexfonds ist nicht besonders kompliziert und die Verlustchancen sind bei einem guten ETF verhältnismäßig gering. Wenn du bereit bist, dich mit deiner Geldanlage etwas auseinanderzusetzen und ein eigenes kleines Depot zusammenzustellen, solltest du es ruhig selbst machen.

Wenn du das Risiko scheust und dich nicht großartig um deine Wertanlagen kümmern möchtest, ist ein Robo-Advisor gut geeignet. Die Gebühren sind überschaubar und du profitierst von Algorithmen, die auf Basis von professionellen Marktanalysen und Erfahrungswerten entwickelt wurden. Dein Depot wird automatisch für dich verwaltet und du brauchst höchstens gelegentlich mal reinzuschauen, wie denn derzeit der Stand der Dinge ist.

Auf der anderen Seite gibt es noch keine langfristigen Erfahrungswerte mit Robo-Advisor. Noch kann nicht sicher gesagt werden, ob die Algorithmen auch über die Jahre hinweg gut funktionieren.