Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

.

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

/ / Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

berufsunfaehigkeitsversicherungEine pri­va­te Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung schützt dich vor den finan­zi­el­len Fol­gen einer Berufs­un­fä­hig­keit. Soll­test du auf­grund eines Unfalls oder einer Krank­heit nicht mehr in der Lage sein, dei­nen Beruf aus­zu­üben, zahlt dir die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung eine monat­li­che Ren­te in gewünsch­ter bzw. ver­ein­bar­ter Höhe. Es lohnt sich vor allem in jün­ge­ren Jah­ren, eine BU abzu­schlie­ßen, da die Bei­trä­ge dann noch recht nied­rig sind.

Brau­che ich eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU)?

Wenn du dei­nen Lebens­stil im Fal­le einer Berufs­un­fä­hig­keit nicht mas­siv ein­schrän­ken möch­test, ist eine BU sehr sinn­voll. Eine BU ver­si­chert die Aus­übung dei­nes Berufs, nicht dei­ner Arbeits­fä­hig­keit. Ange­nom­men du bist Dach­de­cker, fällst vom Dach und brichst dir die Bei­ne so hef­tig, dass du nie wie­der nor­mal gehen könn­test. In die­sem Fall kannst du auch nicht mehr als Dach­de­cker arbei­ten, um nur ein Bei­spiel zu benen­nen. Das Risi­ko der Berufs­un­fä­hig­keit unter­schei­det sich in der ver­schie­dens­ten Berufs­grup­pen und fällt bei einem Büro­job anders aus, als in dem Bei­spiel mit dem hand­werk­li­chen Beruf.

Eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wür­de dir im Fal­le des Dach­de­cker­bei­spiels die vor­her ver­ein­bar­te Ren­te zah­len. Inva­li­den­ren­te wür­dest du vom Staat nicht bekom­men, denn du bist ja noch arbeits­fä­hig und könn­test bei­spiels­wei­se einen Büro­job anneh­men. Selbst wenn du tat­säch­lich arbeits­un­fä­hig sein soll­test, ist die Berufs­un­fä­hig­keits­ren­te im Nor­mal­fall deut­lich höher als Inva­li­den­ren­te.

Was kos­tet eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung?

Die Kos­ten einer Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wer­den stets indi­vi­du­ell ermit­telt. Aus­schlag­ge­bend sind Fak­to­ren wie dein Alter, dein Beruf oder dein Gesund­heits­zu­stand. Die Ver­si­che­rer haben die Beru­fe in unter­schied­li­che Risi­ko­klas­sen unter­teilt. Das Risi­ko ist für den Dach­de­cker, der kör­per­lich schwer und in gro­ßer Höhe arbei­tet, deut­lich grö­ßer als für jeman­den mit einem rei­nen Schreib­tisch­job.

Vor Abschluss einer BU musst du auch Gesund­heits­fra­gen beant­wor­ten und bis­he­ri­ge Vor­er­kran­kun­gen offen­le­gen. Auch ob du Rau­cher bist oder gefähr­li­che Hob­bys aus­übst hat Ein­fluss auf die Höhe der Bei­trä­ge. Selbst­ver­ständ­lich hat auch die Höhe der gewünsch­ten Ren­ten­zah­lun­gen Aus­wir­kun­gen auf die Ver­si­che­rung­bei­trä­ge.

Als Bei­spiel: Ein 30-jäh­ri­ger rau­chen­der Büro­an­ge­stell­ter möch­te im Fal­le der Berufs­un­fä­hig­keit von sei­ner Ver­si­che­rung monat­lich 1.500 Euro BU-Ren­te bekom­men. Ers­te gute Tari­fe gibt es für ihn im Bereich von 40 bis 50 Euro pro Monat. Wäre der Mann statt Ange­stell­ter als Dach­de­cker tätig, wären zwi­schen 170 und 190 Euro monat­lich fäl­lig. Wür­de er die Ver­si­che­rung im Alter von 45 Jah­ren abschlie­ßen, müss­te er monat­lich zwi­schen 220 und 240 Euro inves­tie­ren.

Wann soll­te ich eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abschlie­ßen?

Am bes­ten schließt du eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ab, wenn du einen fes­ten Job hast. Exper­ten raten dazu, sich mög­lichst früh um eine BU zu bemü­hen. Der Haupt­grund liegt bei den Bei­trä­gen, denn je län­ger du in die Ver­si­che­rung ein­zahlst, des­to nied­ri­ger sind dei­ne monat­li­chen Bei­trä­ge.

Ein wei­te­rer Fak­tor ist dei­ne Gesund­heit. Je jün­ger du bist, des­to unwahr­schein­li­cher ist es, dass du eine Krank­heit bekom­men hast, die sich nega­tiv auf dei­ne Gesund­heits­be­ur­tei­lung aus­wirkt. Schließ­lich sind dei­ne Bei­trä­ge nied­ri­ger, wenn du die BU ohne Vor­er­kran­kun­gen abschließt. Ist dein Gesund­heits­zu­stand zu schlecht, kann eine Ver­si­che­rung dei­nen Antrag übri­gens auch kom­plett ableh­nen.

Was ist bei einer Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu beach­ten?

Bei der Ent­schei­dung für eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung soll­test du behut­sam vor­ge­hen, denn schließ­lich bin­dest du dich bis zum Ren­ten­al­ter an die Ver­si­che­rung. Nach­fol­gend erläu­tern wir die wich­tigs­ten Begrif­fe zum The­ma Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung und erklä­ren dir, wor­auf du beim Abschluss einer BU ach­ten soll­test.

Ver­zicht auf abs­trak­te Ver­wei­sung

Die­ser Aspekt ist beson­ders wich­tig. Abs­trak­te Ver­wei­sung bedeu­tet, dass die Ver­si­che­rung dich auf einen ande­ren Beruf ver­wei­sen kann, wel­chen du noch aus­üben kannst. Wenn du wie im obi­gen Bei­spiel nicht mehr als Dach­de­cker arbei­ten kannst, aber noch fit genug für einen Büro­job bist, bekommst du kei­ne Berufs­un­fä­hig­keits­ren­te.

Glei­ches gilt auch für die Nach­prü­fung. Der Ver­si­che­rer lässt gele­gent­lich über­prü­fen, ob dei­ne Berufs­un­fä­hig­keit noch besteht oder ob du doch wie­der arbei­ten kannst. Es ist gut mög­lich, dass er fest­stellt, dass du einen ande­ren Beruf theo­re­tisch aus­üben könn­test und dir die Ren­ten­zah­lun­gen gestri­chen wer­den. Der Ver­zicht auf die abs­trak­te Ver­wei­sung soll­te dem­nach unbe­dingt Bestand­teil des Ver­si­che­rungs­ver­trags sein.

Bei­trä­ge

Die Höhe der Bei­trä­ge ist natür­lich wich­tig. Es gibt auch im unte­ren Seg­ment teils sehr gute Tari­fe, sodass du ruhig einen güns­ti­gen Tarif wäh­len kannst. Du soll­test jedoch auf­merk­sam ver­glei­chen, denn in die­sem Sek­tor sind die Leis­tungs­un­ter­schie­de teil­wei­se enorm. Einen zu teu­ren Tarif soll­test du auch nicht wäh­len, denn beden­ke, dass die Bei­trä­ge jeden Monat anfal­len.

Pro­gno­se­zeit­raum

Als Pro­gno­se­zeit­raum wird der Zeit­raum bezeich­net, für den dei­ne Berufs­un­fä­hig­keit laut ärzt­li­cher Pro­gno­se min­des­tens Bestand haben wird. Als berufs­un­fä­hig giltst du in der Regel, wenn du dei­nen Beruf zu weni­ger als 50 Pro­zent aus­üben kannst.

Gute Tari­fe haben einen Pro­gno­se­zeit­raum von nur sechs Mona­ten. Wenn der Arzt also fest­stellt, dass du min­des­tens ein hal­bes Jahr weni­ger als die Hälf­te dei­ner Leis­tung im Beruf brin­gen kannst, wirst du als berufs­un­fä­hig ein­ge­stuft und erhältst die ver­ein­bar­ten Ren­ten­leis­tun­gen.

Ren­ten­sum­me

Die Ren­ten­sum­me hat unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Höhe dei­ner Bei­trä­ge. Du soll­test dir also gut über­le­gen, wie viel Geld du im Fal­le einer Berufs­un­fä­hig­keit brauchst. Exper­ten emp­feh­len hier zwi­schen zwei Drit­teln oder drei Vier­teln dei­nes Net­to­ein­kom­mens. Bei die­ser Sum­me soll­ten die Bei­trä­ge in einem über­schau­ba­ren Bereich blei­ben und du musst im Zwei­fel dei­nen Lebens­stil nicht son­der­lich ein­schrän­ken.

Gesund­heits­prü­fung

So ziem­lich alle Ver­si­che­rer ver­lan­gen vor Abschluss einer Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung eine Gesund­heits­prü­fung. In der Regel ist dafür aber kein Arzt­be­such nötig, son­dern nur das Aus­fül­len eines Fra­ge­bo­gens.

Beim Aus­fül­len soll­test du aber unbe­dingt sehr genau sein. Wenn du Krank­hei­ten abmil­derst oder gar ver­schweigst, setzt du dei­nen Ver­si­che­rungs­schutz aufs Spiel. Glei­ches gilt für die Anga­be von Hob­bys oder ob du Nicht­rau­cher bist.

Bei­trags­dy­na­mik

Du soll­test die Mög­lich­keit haben, dei­ne Ver­si­che­rungs­sum­me nach­träg­lich anzu­pas­sen. Das kann zum Bei­spiel sinn­voll sein, wenn die Infla­ti­on ansteigt. Die Sum­me, die du dir heu­te aus­suchst könn­te zum Zeit­punkt der Berufs­un­fä­hig­keit nicht mehr aus­rei­chen. Da ist es gut, wenn du dei­ne Bei­trä­ge dyna­misch anpas­sen kannst.

Krank­heit, Kör­per­ver­let­zung, Kräf­te­ver­fall

Nicht nur Unfäl­le oder Krank­hei­ten kön­nen dazu füh­ren, dass du dei­nen Beruf nicht mehr aus­üben kannst. Viel­leicht ist der bei­spiel­haf­te Dach­de­cker allein aus Kraft­grün­den nicht mehr in der Lage, Dächer zu decken. Beson­ders bei kör­per­lich anstren­gen­den Beru­fen kommt es häu­fi­ger vor, dass der Kör­per ein­fach abbaut und schon vor Ein­tritt des Ren­ten­al­ters nicht mehr leis­tungs­fä­hig genug ist, obwohl kei­ne Erkran­kun­gen vor­lie­gen. Je nach Beruf soll­test du dar­auf ach­ten, dass auch Din­ge wie Kräf­te­ver­fall als Ursa­che für eine Berufs­un­fä­hig­keit akzep­tiert wer­den.

Wie fin­de ich die pas­sen­de Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung?

Pas­sen­de Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­run­gen fin­dest du über dei­nen Ver­si­che­rungs­mak­ler oder aber auch mit einem kos­ten­lo­sen Ver­gleich im Inter­net. Du musst bei einem BU-Ver­gleich nur ein paar Daten wie dei­nen Geburts­tag oder dei­nen Beruf ange­ben und bekommst eine Lis­te mit ver­schie­de­nen infra­ge kom­men­den Ver­si­che­rungs­an­ge­bo­ten von gro­ßen und bekann­ten Anbie­tern wie HDI, Gotha­er, Alli­anz, Axa, Han­se Mer­kur und eini­gen mehr.
1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewer­tun­gen, Durch­schnitt: 5,00 von 5 Bewer­tun­gen)

Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung online ver­glei­chen

Ver­wand­te Arti­kel: