Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum & Co.

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//Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum & Co.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum rücken immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit, vor allem, da sie seit geraumer Zeit stetig im Wert steigen. Doch wie funktioniert der Handel mit dem digitalen Geld? Wie sicher ist es im Vergleich zu herkömmlichem Geld? Wie sinnvoll ist es, Kryptowährungen zu kaufen oder selbst zu erzeugen? Diese und weitere Fragen rund um Bitcoin, Ethereum und weitere Kryptowährungen möchten wir dir mit diesem Ratgeber beantworten.

Kurz zusammengefasst:
Kryptowährungen sind digitale Währungen mit starker Verschlüsselung. Die Währung wird dezentral erzeugt und gehandelt, eine regulierende Zentralbank gibt es nicht. Jeder kann virtuelles Geld selbst erzeugen, allerdings ist die insgesamt erzeugbare Menge begrenzt. Gehandelt wird es im Internet. In Deutschland ist zum Beispiel Bitcoin als Zahlungsmittel offiziell anerkannt.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Diese Frage detailliert zu beantworten wäre sehr müßig. Laut coinmarketcap gibt es derzeit etwa 757 Kryptowährungen, die auf 4.190 Börsen gehandelt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Erklärungen und Beispiele in diesem Artikel auf Bitcoin beziehen, sofern es nicht anders angegeben ist. Bitcoin ist die wohl bekannteste Kryptowährung und mit mehr als 42 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung auch die wirtschaftlich wichtigste.

Gemessen an der Marktkapitalisierung sind folgende fünf Kryptowährungen wirtschaftlich besonders bedeutsam:

  • Bitcoin
  • Ethereum
  • Ripple
  • Litecoin
  • Ethereum Classic

Welche Vorteile bieten Kryptowährungen?

Kryptowährungen haben gleich mehrere Vorteile. Einer ist die vorgegebene Kapitalobergrenze. Wenn diese erreicht ist, werden keine neuen Einheiten mehr freigegeben. Die Währung ist zudem frei von staatlicher Kontrolle. In Kombination bedeutet das, dass es in Zeiten von Wirtschaftskrisen etc. nicht möglich sein wird, zusätzliches Geld zu drucken und in die Märkte zu stecken.

Infolgedessen bleibt der Wert des Geldes stabil. Du bräuchtest dir folglich keine Sorgen zu machen, dass jemand den Wert der Währung von außen manipuliert. Keine Regierung, keine Zentralbank und kein Wirtschaftsunternehmen haben die Möglichkeit, die Währung gezielt zu beeinflussen.

Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit von Kryptowährungen. Jede Transaktion wird automatisch von der Community überprüft. Du bekommst einen öffentlichen Schlüssel, mit dem du Geld ausgeben oder bekommen kannst. Zusätzlich bekommst du einen geheimen privaten Schlüssel. Nur wenn diese beiden Schlüssel zusammenpassen, ist deine Transaktion gültig. An späterer Stelle wird hierauf genauer eingegangen, denn was hier klingt wie eine andere Form der Kombination Kontokarte und PIN ist in wirklichkeit zwar genau so einfach anzuwenden, bietet jedoch eine deutlich höhere Sicherheit.

Daraus ergibt sich auch der nächste Vorteil, denn du kannst Kryptogeld nicht verlieren. Wenn du nur die rudimentärsten Sicherheitsvorkehrungen triffst und deinen geheimen Schlüssel niemandem verrätst, ist es nahezu unmöglich, dass Dritte dein Konto plündern.

Darüber hinaus kannst du dein virtuelles Geld auch selbst erschaffen. Mit einem flotten Computer kannst du dich selbst am sogenannten mining bzw. Schürfen beteiligen und deine eigenen Bitcoins „produzieren“.

Welche Nachteile und Risiken gibt es?

Der größte Vorteil von Kryptowährungen ist zugleich ihr größter Nachteil. Das Geld ist virtuell, einen tatsächlichen Gegenwert gibt es in der realen Welt nicht. Zu deiner Bank kannst du jederzeit hingehen und dir das auf deinem Konto verbuchte Geld in physischer Form auszahlen lassen. Dann hast du wenigstens Papier und Metall in der Hand. Bei einer Kryptowährung funktioniert das nicht.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine Kryptowährung nur den Wert hat, der ihr zugesprochen wird. Der Wert unterliegt den Gesetzen der Marktwirtschaft bzw. dem von Angebot und Nachfrage. Solange Menschen bereit sind, viel Geld für Kryptowährungen auszugeben und damit zu handeln, steigt der Wert. Interessiert sich irgendwann niemand mehr für die Währung, bricht der Kurs ein.

Es ist nicht vorhersagbar, wann es zu einem massiven Wertanstieg oder -abfall kommt. Man kann nur sagen, dass die Werte der großen Kryptowährungen in den letzten Jahren im Durchschnitt stark gestiegen sind. Eine Garantie, dass das auch in Zukunft so bleibt, kann dir niemand geben.

Ein weiterer Nachteil ist, dass du für das Schürfen relativ viel Geld ausgeben musst. Du benötigst einen Computer mit einer möglichst schnellen Grafikkarte, um die Berechnungen durchzuführen. Neben den Anschaffungskosten solltest du dabei an die Betriebskosten denken, da eine schnelle Grafikkarte auch viel Energie verbraucht. Bei niedrigen Währungskursen ist es durchaus wahrscheinlich, dass du mehr für den Strom bezahlst, als du durch den Verkauf deiner geschürften Währungseinheiten bekommen würdest.

Außerdem solltest du sehr gut auf deinen privaten Schlüssel aufpassen. Verlierst du diesen, sind die mit dem entsprechenden Konto verbundenen Bitcoins für dich verloren.

Funktionsweise von Kryptowährungen

Du fragst dich sicherlich, wie ein Bezahlsystem ohne übergeordnete Kontrollinstanz überhaupt funktionieren kann. Da es so viele unterschiedliche Kryptowährungen gibt, kann hier nur eine genauer vorgestellt werden. Die Funktionsweise wird hier anhand von Bitcoin vorgestellt, da sie nicht nur die größte und bekannteste Kryptowährung ist. Das Bitcoin-Prinzip wird mit kleinen Anpassungen auch vom Großteil aller weiteren Kryptowährungen angewandt.

Das grundlegende Prinzip hinter Bitcoin

Bitcoin ist ein demokratischer Gegenentwurf zum Zahlungsmodell der Zentralbanken. Das Prinzip funktioniert – ganz grob umrissen – so:

Jeder Teilnehmer braucht eine bestimmte Software. Diese Software ist eine Peer-to-Peer-Anwendung und wird als Wallet (Brieftasche) bezeichnet. Mit deiner Wallet kannst du dir kryptografische Schlüsselpaare generieren. Diese bestehen aus einem privaten und einem öffentlichen Key.

Dein privater Key ist einzigartig und sollte gut bewacht werden, denn ohne diesen kommst du nicht mehr an dein Bitcoin-Konto. Dein privater Key wird in deiner Wallet gespeichert. Dein öffentlicher Key dient der Berechnung deiner Bitcoin-Adresse. Mit dieser kannst du Bitcoins senden und empfangen.

Du hast die Möglichkeit, in einer Wallet mehrere Konten zu verwalten. Das ist auch ratsam, da du ja nicht mehr an deine Bitcoins kommst, wenn du deinen privaten Key vergisst bzw. verlierst. Wenn du dein digitales Geld aber auf mehrere Konten verteilst, kommst du in so einem Fall immerhin noch an die Bitcoins auf den anderen Konten.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bitcoin-Wallets. Du kannst dich für die Software entscheiden, die dir am meisten zusagt. Viele Wallets unterstützen nicht nur Bitcoin, sondern noch weitere Kryptowährungen wie Litecoin oder Ethereum. Wenn du mit mehreren unterschiedlichen Währungen handeln möchtest, kannst du dies mit einer solchen Software ganz einfach tun. Du brauchst nicht für jede Kryptowährung eine eigene Wallet anzulegen.

Beachten solltest du natürlich, dass nicht nur deine Kryptowährungen, sondern auch deine Marktplätze unterstützt werden. Manche Programme bieten sogar das Feature, Kryptowährungen zum aktuellen Kurs umzutauschen. Das ist durchaus praktisch, wenn du anstelle einer Einheit Bitcoins lieber mehrere Einheiten Ethereum haben möchtest.

Beliebte Wallets sind zum Beispiel:

Blockchain – die dezentrale Datenbank

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Wallet um eine Software, mit der ein Peer-to-Peer-Netzwerk aufgebaut wird. In diesem Netzwerk wird die dezentrale Datenbank, die sogenannte Blockchain, gespeichert. In ihr sind sämtliche Kontoinformationen und Transaktionen gespeichert. Da es sich um ein weltweites Netzwerk handelt, existieren sehr viele Kopien dieser Datenbank, weswegen die Ausfallgefahr gegen Null geht. Es gibt keinen zentralen Server, der abgeschaltet oder zerstört werden könnte, um das Bitcoin-Netzwerk lahmzulegen.

Dass jeder theoretisch die Möglichkeit hat, alle Kontodaten einzusehen, klingt vermutlich zunächst abschreckend. Es ist nicht so, dass jeder einfach so auf dein Konto schauen und die Transaktionen zurückverfolgen kann. Die Daten sind mehrfach mit einer 256-Bit-Hash-Verschlüsselung gesichert. Das ist eine Verschlüsselungstechnik, die relativ schnell angewendet werden kann, die aber unglaublich schwer zu knacken ist.

Um einen Block zu entschlüsseln, benötigt es, wenn man den Key nicht kennt, eine Rechenleistung, die normalen Menschen nicht zur Verfügung steht. Gezielte Angriffe und Manipulationen der Blockchain sind nicht per se ausgeschlossen. Denkbar ist eine sogenannte 51%-Attacke. Dazu muss ein Angreifer mehr als die Hälfte der Gesamtrechenleistung des Netzwerks aufbringen. Selbst die NSA verfügt nicht über Rechenzentren, mit denen so ein Angriff auch nur ansatzweise möglich ist.

Die Dezentralität ermöglicht auch eine Anonymität. Deine privaten Daten kann niemand erfahren. Sie werden nicht gespeichert. Auch bei einer vollständig entschlüsselten Datenbank kann man nur erfahren, dass es die Konten und Transaktionen gab. Wem die Konten allerdings gehören, lässt sich nicht feststellen. Das führt direkt zum nächsten Punkt:

Transaktionen: Mit Bitcoin handeln und bezahlen

Wenn du Bitcoins versendest oder empfängst, wird eine Transaktion getätigt. Einen Einkauf mit Bitcoins zu bezahlen läuft folgendermaßen ab:

Du entscheidest dich für ein Produkt oder eine Dienstleistung, die du mit Bitcoins bezahlen möchtest. Um bezahlen zu können, muss der Verkäufer dir eine seiner Bitcoin-Adressen nennen. Du nennst ihm daraufhin die Bitcoin-Adresse von der du den Betrag überweist und schickst die Transaktion ins Netzwerk. Der Empfänger braucht deine Bitcoin-Adresse, damit er die Zahlung richtig zuordnen kann.

Die Transaktion wird dann vom Netzwerk überprüft. Das bedeutet, dass die Computer anderer Teilnehmer mithilfe komplexer Berechnungen überprüfen, ob die Bitcoins auch wirklich von deiner Adresse aus gesendet wurden. Die Überprüfung dauert in der Regel zwischen 5 und 10 Minuten. Bei erfolgreicher Prüfung wird das digitale Geld endgültig übertragen und die Transaktion mit einem einzigartigen Schlüssel des Prüfers verschlüsselt.

Sorgen um den Datenschutz brauchst du dir nicht zu machen. Die anderen Teilnehmer erfahren lediglich, von welcher Bitcoin-Adresse welcher Betrag wohin überwiesen werden soll. Da eine Bitcoin-Adresse lediglich eine kryptische Zeichenkette ist, erfährt niemand, wer die Zahlung wirklich veranlasst hat. Es geht nur um die Kontoverifizierung. Was du gekauft hast, wer du bist und bei wem du gekauft hast, erfährt im Netzwerk niemand, da diese Daten gar nicht erst erhoben werden. Personenbezogene Daten tauschst du einzig und allein mit dem Verkäufer direkt aus.

Anonymität, Kriminalität, Geldwäsche? Sicherheit von Bitcoins

Da nur die an einer Transaktion beteiligten Parteien Informationen austauschen, ist die Kryptowährung als Bezahlmethode sehr sicher und anonym. Nur aufgrund der Transaktionsdaten ist niemand in der Lage, dir deine Überweisungen eindeutig zuzuordnen. Auch wenn jeder ausgegebene Bitcoin „verfolgt“ wird. Um die Integrität des Systems sicherzustellen, werden nämlich noch weitere Informationen erhoben. Eine Transaktion besteht aus Zahlungsein- und -ausgängen.

Wenn du Bitcoins bekommen hast, stehen diese sozusagen unter Beobachtung. Sobald deine Ausgänge exakt die Höhe der eingegangenen Summe erreicht haben, gilt die Transaktion als endgültig abgeschlossen. Es ist dabei irrelevant, wie viele Ein- und Ausgänge verbucht werden. Wichtig ist nur, dass unterm Strich irgendwann der transferierte Betrag erreicht wird.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass keine fehlerhaften Transaktionen durchgeführt werden. Es könnte ja beispielsweise aufgrund von Manipulationen oder eines Softwarefehlers passieren, dass Transaktionen mehrfach durchgeführt werden. Das würde die Gesamtsumme der verfügbaren Bitcoins verändern, was in dieser Form nicht vorgesehen ist.

Die Transaktionen sind verschlüsselt, bleiben aber miteinander verknüpft. Theoretisch wäre es also möglich, jede Währungseinheit bis zur Erstausgabe des Ur-Bitcoins zurückzuverfolgen. Aufgrund der reinen Daten kann man deine Zahlungen aber trotzdem nur deinen Adressen zuordnen, noch nicht deiner Person.

Trotzdem ist das Bitcoin-Netzwerk kein rechtsfreier Finanzspielplatz. Immer wieder hört man aus der Politik Stimmen, die Bitcoin als Währung für Kriminelle, Dealer und Geldwäscher darstellen. Tatsächlich hat es in der Vergangenheit bereits derartige Vorfälle gegeben, denn die Verschlüsselung und relative Anonymität eignen sich sicherlich sehr gut, um Zahlungen zu verschleiern.

Über deine Sicherheit und die deiner Bitcoins sowie Transaktionen brauchst du dir trotzdem keine Gedanken machen. Sofern du deinen geheimen Schlüssel auch geheim hältst, kann sich niemand deiner Bitcoins bemächtigen. Auch vor Betrug kannst du dich ganz einfach schützen. Bevor du eine Transaktion durchführst, hast du mit dem Empfänger Kontakt, denn er muss dir schließlich seine Bitcoin-Adresse verraten.

An diesem Punkt ist Onlineshopping mit Bitcoin genauso sicher wie mit jeder anderen Zahlungsweise auch. Auch bei Bankeinzug, Zahlung mit Kreditkarte etc. kannst du Betrügern aufsitzen, die zum Beispiel versprochene Waren nicht liefern und sich mit dem Geld aus dem Staub machen. Wenn du den Grundverhaltensregeln beim Onlineshopping folgst und nur bei seriösen Händlern online einkaufst, ist die Gefahr ziemlich gering. Wenn du hingegen etwas bei einer kleinen Webseite außerhalb Europas bestellst und per Vorkasse zahlst, bist du schlichtweg unvorsichtig gewesen und somit selbst Schuld, solltest du weder Ware sehen noch dein Geld wiederbekommen. Die Zahlungsweise ist hierbei irrelevant.

Als privater Verkäufer solltest du immer bereit sein, deine Identität offenzulegen, zum Beispiel durch eine Ausweiskopie. Als Käufer solltest du einen entsprechenden Identitätsnachweis vom Verkäufer verlangen. Aufgrund der komplexen Verschlüsselung und Verkettung von Transaktionen ist es unmöglich, eine Transaktion rückgängig zu machen. Wenn du etwas mit Bitcoins bezahlst und die Ware wird nicht geliefert, hast du keine Möglichkeit, die Buchung rückgängig zu machen.

Für dich als Verkäufer ist das ein zusätzlicher Schutz. In der Vergangenheit haben Betrüger oftmals eine bestimmte Masche angewendet. Im Internet haben sie Kleinanzeigen nach hochwertigen Gegenständen wie zum Beispiel neuwertigen Notebooks gesucht und diese gekauft. Das Produkt wollten sie gleich persönlich abholen. Da sie so viel Geld angeblich leider grad nicht dabei haben, wurde angeboten, das Geld vorab per PayPal zu überweisen.

Vor der Übergabe bekommt der Verkäufer natürlich die Bestätigung der Transaktion und sieht das Geld auf seinem PayPal-Konto. Daraufhin übergibt er den verkauften Gegenstand natürlich. Später stellt der Verkäufer dann fest, dass das Geld zurückgebucht wurde, da es von einem gehackten Account aus überwiesen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, den tatsächlichen Käufer aufzuspüren, ist verschwindend gering.

Mit einer Vorabüberweisung von Bitcoins kann dir das nicht passieren. Im Gegenzug bedeutet das aber auch, dass du als Käufer sehr vorsichtig sein musst. Wenn du dich bei der Eingabe der Bitcoin-Adresse des Empfängers vertippen solltest und diese Adresse existiert, sind deine Bitcoins weg. Du kannst sie nicht zurückholen und auch nicht mit dem Empfänger in Kontakt treten. Dir bleibt nur die Hoffnung, dass der Empfänger eine ehrliche Haut ist und dir deine Bitcoins freiwillig zurückschickt, da er ja sehen kann, von welcher Adresse es überwiesen wurde.

Um auf das Thema der Kriminalität, Drogenhandel etc. abzuschließen: Genau aus den eben genannten Gründen hat es die Polizei bereits vor Jahren schon geschafft, einzelne Kriminelle und ganze Verbrecherbanden, die ihre Geschäfte mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen durchgeführt haben, zu verhaften. Findet die Polizei bei einer Festplattendurchsuchung des Computers eines Täters dessen Wallet, hat sie sorgfältig aufbereitet eine Liste all seiner Transaktionen und Hinweise auf all seine Kontakte.

Auch wenn die reinen Zahlungen fast vollständig anonym stattfinden, so ganz ohne den Austausch persönlicher Daten können auch mit Bitcoin keine Geschäfte gemacht werden, weder legal, noch illegal.

Schürfen / Mining: So entstehen Bitcoins

Bitcoins entstehen durch sogenanntes Schürfen, auch Mining genannt. Die Anzahl aller schürfbaren Bitcoins ist auf 21 Millionen begrenzt. Um sie zu bekommen, müssen Blöcke gefunden werden. Jeder Block enthält Informationen über aktuelle Transaktionen sowie eine komplexe mathematische Frage.

Beim Mining geht es darum, diese Frage zu lösen. Das geschieht durch Rechenleistung, die die Teilnehmer dem Netzwerk zur Verfügung stellen. Derjenige, dessen Rechner die Lösung findet, ist der Urheber eines neuen Blocks mit einer neuen Aufgabe. Dafür erhält er eine bestimmte Anzahl Bitcoins. Ob die gefundene Lösung wirklich richtig ist, wird ebenfalls von den Teilnehmern des Netzwerks überprüft.

Dafür wird nicht viel Rechenleistung benötigt, denn die Aufgaben sind zwar schwer zu lösen, jedoch ist es kein großer Aufwand, eine gefundene Lösung zu überprüfen. Der neue Block enthält außerdem eine Referenz auf den Block mit der gelösten Aufgabe. Dadurch wird er sozusagen an diesen angehangen, wodurch eine Kette gebildet wird, die besagte Blockchain.

Sobald der Block bestätigt ist, werden alle Teilnehmer informiert, welche bestätigten Transaktionen der Block enthält. So wird sichergestellt, dass keine Transaktion doppelt gespeichert wird. Es ist durchaus möglich, dass es unterschiedliche Lösungen für Aufgabe geben kann. Werden diese Lösungen gleichzeitig gefunden, teilt sich die Kette auf. Das Netzwerk überprüft diese „Äste“ regelmäßig und stößt den kürzeren Ast ab. Damit wird verhindert, dass Hacker mit massiver Rechenleistung die gesamte Kette angreifen und irreparabel beschädigen können.

Auch die Schwierigkeit der Aufgaben ist vorgegeben bzw. wird vom Netzwerk automatisch angepasst. Die Aufgaben sollen so komplex sein, dass das Netzwerk etwa alle 10 Minuten einen neuen Block generieren kann. Liegt der tatsächliche Wert nennenswert darüber oder darunter, werden die Aufgaben der verfügbaren Rechenleistung angepasst.

Es gibt noch weitere Regeln für die Ausgabe von Bitcoins. Die maximale Stückzahl ist auf 21 Millionen begrenzt. Pro Block wurden am Anfang 50 Bitcoins ausgeschüttet. Die Regel besagt, dass sich die Anzahl der Bitcoins pro Block nach 210.000 Blöcken halbiert. Im Laufe der Zeit würdest du folglich immer weniger Bitcoins bekommen, wenn du einen Block schürfst.

Wie kann ich Bitcoins selbst schürfen / minen?

Für die Lösung der gesellten Rechenaufgaben brauchst du grundlegend nur eine Sache: Rechenpower. Und wenn die nicht ausreicht, brauchst du noch mehr Rechenpower. Besonders wichtig ist dabei eine leistungsstarke Grafikkarte.

Eine CPU hat weniger und komplexere Recheneinheiten als ein Grafikchip (GPU). Besonders wichtig sind dabei die arithmetic logic units (ALU), die für „primitive“ logische Berechnungen zuständig sind. Für das Mining von Bitcoins sind diese Recheneinheiten allerdings optimal. Derzeit sind aktuelle Grafikkarten mit Chips von AMD besonders gefragt, da diese Chips beim Mining effizienter sind als die vom Konkurrenten Nvidia.

Ansonsten sollte dein Computer über 8 GB RAM und einen nicht allzu alten Prozessor verfügen. Jeder auf dem Markt befindliche Prozessor mit mindestens 2 Kernen ist ausreichend. Wenn du an deinem Rechner auch aktuelle Spiele spielen möchtest, sollte deine CPU natürlich entsprechend leistungsfähig sein.

Mainboard und Festplatte sind nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, dass die notwendigen Anschlüsse vorhanden sind und sich ein Betriebssystem installieren lässt. Nicht sparen solltest du beim Netzteil. Erkundige dich, wieviel Strom deine Grafikkarte unter Last maximal verbrauchen kann. Dann suchst du dir ein Netzteil aus, welches die entsprechende Leistung auch konstant liefern kann. Watt-Angaben sind nämlich nicht unbedingt das verlässlichste Leistungsmerkmal.

Wenn dein Rechner unter Last 200 Watt verbraucht, kann es sein, dass ein billiges Netzteil nach kurzer Zeit durchbrennt, obwohl es 300 Watt Leistung verspricht. Ein hochwertiges Netzteil mit 250 Watt hingegen kann auch unter Dauerlast viele Jahre lang halten. Selbst Bitcoins zu schürfen ist nur sinnvoll, wenn dein Computer rund um die Uhr in Betrieb ist.

Ansonsten benötigst du nur noch eine Mining-Software. Es gibt diverse kostenlose Programme, zwischen denen du dich entscheiden kannst. Die meisten Programme verfügen über eine übersichtliche grafische Oberfläche und lassen sich auch ohne großartige Fachkenntnisse konfigurieren und bedienen.

Beliebte Bitcoin-Mining-Programme für Windows sind bspw.:

Schürfen: Solo oder im Mining-Pool?

Es gibt zwei Arten des Schürfens. Du kannst entweder alleine (solo) schürfen oder dich einem Mining-Pool anschließen. Ein Mining-Pool ist eine Community, in der alle Mitglieder ihre Rechenleistung teilen. Du schürfst nicht alleine an einem neuen Block, sondern gemeinsam mit der Rechenleistung aller anderen. Dadurch können neue Blöcke deutlich schneller gefunden werden.

Wenn ein Block gefunden wird, werden die enthaltenen Bitcoins anteilig auf alle Teilnehmer verteilt. Auf diese Weise kannst du regelmäßig Bitcoins erhalten, allerdings ist der Ertrag pro Block natürlich sehr gering. Im Pool zu schürfen ist dennoch attraktiv, denn aufgrund der gewaltigen Rechenleistung können die Blöcke entsprechend schnell entdeckt werden. Dadurch sammelt sich mit der Zeit ein immer größerer Betrag an.

Beliebte Mining-Pools sind:

Wo und wie Bitcoins kaufen und verkaufen?

Bitcoins kannst du online an einem der vielen Bitcoin-Marktplätzen kaufen und verkaufen. Bitcoin-Marktplätze funktionieren nach dem Börsen-Prinzip. Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurs, zu dem die Bitcoins gehandelt werden. Da es sich bei Bitcoin-Marktplätzen nicht um offizielle Banken oder staatlich kontrollierte Institutionen handelt, solltest du dich nicht gleich beim erstbesten Marktplatz anmelden.

Der Bitcoin-Marktplatz deines Vertrauens sollte als Unternehmen einen Sitz in Deutschland oder zumindest Europa haben. Sollte es zu Problemen kommen, wie fehlerhaften Abrechnungen oder ausbleibenden Zahlungen, hast du das Recht auf deiner Seite und kannst problemlos Klage einreichen. Von Deutschland aus Anbieter außerhalb der EU zu verklagen, gestaltet sich für gewöhnlich kompliziert und teuer. Natürlich gibt es auch außerhalb der EU viele seriöse Bitcoin-Marktplätze. Achte bei deiner Entscheidung auf die Partnerschaften der Betreiber. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn zum Beispiel offizielle Partnerschaften mit bekannten Banken geschlossen sind.

Marktplätze sind zudem eine sehr günstige Möglichkeit, mit Bitcoins zu handeln. Im Schnitt liegen die Gebühren, über die sich die Marktplätze auch finanzieren, bei etwa einem Prozent der Transaktionssumme. Um am Handel teilzunehmen benötigst du einen kostenlosen Account beim Anbieter deiner Wahl. Je nach Marktplatz hast du unterschiedliche Zahlungsweisen zur Auswahl. Empfehlenswert sind Marktplätze, die die Zahlung per Kreditkarte oder (Sofort-)Überweisung anbieten. Du entscheidest dich für eine Zahlungsweise und verknüpfst dein Konto mit deinem Account.

Um aktiv handeln zu können, musst du dein Konto verifizieren. Das funktioniert meist so ähnlich wie bei der Verifizierung bei PayPal. Dort bekommt man nach der Registrierung eines Kontos ein paar Cent überwiesen. Durch Angabe des Betrags und Betreffs der Überweisung wird die Echtheit des Kontos bestätigt.

Seriöse Bitcoin-Marktplätze verlangen keine festen Geldeinlagen auf einem eigenen Konto. Wenn du zum Beispiel auf bitcoin.de Bitcoins verkaufen möchtest, musst du diese Bitcoins auf das Konto des Anbieters transferieren. Dann bietest du die Bitcoins zum Kauf an. Sobald ein Käufer gefunden ist, werden die Bitcoins eingefroren. Weder du noch der Käufer kommen an die Währung ran.

Anschließend überweist dir der Käufer die vereinbarte Summe. Erst wenn du den Erhalt der Zahlung bestätigt hast, werden die Bitcoins wieder freigegeben und die Transaktion durchgeführt. Auf diese Weise werden sowohl Käufer als auch Verkäufer geschützt. Bis du als Verkäufer das Geld hast, sind deine Bitcoins sicher. Als Käufer bist du geschützt, weil der Verkäufer die Bitcoins nicht anderweitig verkaufen kann, bis du bezahlt hast. Der Marktplatz dient in diesem Sinne als Treuhänder. Das ist besonders wichtig, da die gesamte Transaktion per Überweisung gut und gerne mal ein paar Tage dauern kann.

Wichtig ist außerdem, dass auf den ersten Blick erkennbar ist, in welcher Währung die Bitcoins gehandelt werden und wo der Verkäufer seinen Sitz hat. Auch eine Kennzeichnung von verifizierten Verkäufern sollte vorhanden sein, damit du dir die Verkäufer heraussuchen kannst, die bereits erfolgreich Bitcoins verkauft haben.

Gute Bitcoin-Marktplätze sind zum Beispiel: